Pressestimmen

Bereitgestellt mit freundlicher Genehmigung der Ostsee-Zeitung: www.ostsee-zeitung.de 

Stralsund "Ein altes Haus soll leben und atmen - das Haus hat seine Seele wieder bekommen ", meint RalfKahler.  "Wir haben ordentlich Zeit und Geld investiert, um möglichst viel Altbestand zu retten und wieder sichtbar zu machen", erklärt der 46-Jährige. Stil ist erlebbar - diesen Satz findet man am Eingang. Wandelt man durch das Haus sieht man gleich was gemeint ist. Außergewöhnliches Design zieht sich durchs ganze Haus, Altes mit Neuem kunstvoll verwoben.
Aber das Haus in der Heilgeiststraße 30 atmet vor allem eins: Geschichte
Den meisten Stralsundern dürfte es besser unter Wullfcrona bekannt sein. Wie auch viele andere Häuser zwischen Langen- und Badenstraße wurde das heute dreigeschossige Giebelhaus in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1678 zerstört, als der Große Kurfürst von Brandenburg die Stadt unaufhörlich mit Kanonenkugeln bombardierte. Erst Jahrzehnte später, Mitte des 18. Jahrhunderts, errichtete der Kaufmann Joachim Christian Helm das Gebäude neu. 1747 erwarb der Korn- und Weinhändler Carl Zacharias Hagemeister das gerade fertig gestellte Haus. Er war es auch, der 1753 den heute vom Kulturhistorischen Museum genutzten Speicher auf dem bis zur Böttcherstraße reichenden Grundstück erbaute. Hagemeister gehörte einer berühmten Stralsunder Familie an, die seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert die Geschicke der Stadt maßgeblich mit lenkte. Bis 1914 stellten die drei nachweisbaren Linien der Familie allein 17 Bürgermeister und Ratsherren. Carl Zacharias Hagemeister war es wohl auch, der die später sehr bekannte Weinhandlung begründete. Nach seinem Tod, 1788, übernahm der Sohn und spätere Kommerzienrat Ludwig Ehrenfried Hagemeister Haus und Geschäft. Er erneuerte den großen Speicher an der Böttcherstraße und ließ ihn 1801 nach Norden hin erweitern. Im Jahr 1809 soll Ferdinand von Schill im Weinkeller an einem kleinen Tisch in der Südostecke gezecht haben. Bewiesen ist das indes nicht. Dennoch erhielt dasKellergewölbe der Heilgeiststraße später den Namen Schillkeller. 1811 wurde das Haus an die aus Schweden eingewanderte Familie Wullfcrona verkauft. 1889 verkaufte Adolf Friedrich von Wullfcrona Haus und Geschäft wegen Krankheit an den Kaufmann Bostelmann. Der ließ drei Jahre später den Firmennamen in goldenen Buchstaben an die Giebelfront anbringen. Dort sind sie noch immer zu sehen.
Im April vergangenen Jahres von Ralf Kahler erworben präsentiert sich heute das Einzeldenkmal als Hotel Garni mit 20 Betten, vom Einzelzimmer bis zum Apartment, sowie Frühstücksbereich. Der Gastronomiebereich der alten Wullfcrona-Stube, vielen Stralsundern sicher noch ein Begriff, wurde einschließlich des alten Tonnengewölbes von 1925 wieder hergerichtet und präsentiert sich heute als Teil des Frühstücksbereiches."Die Herausforderung war, dass wir einen modernen Standard nach aktuellen Sicherheitsbestimmungen realisieren wollten, aber so viele alte Dinge wie möglich erhalten wollten", so der gebürtige Stralsunder. Doch Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und der Unterstützung durch Architekt Thorsten Kind, gelang das Vorhaben. Geprägt ist das Hotel von großzügigen Fluren und individuellen Zimmern, die modern eingerichtet sind. "Als Kontrast zum historischen Haus", so Kahler. Alte Treppen wurden restauriert, Doggen teilweise nachgedrechselt und die alten noch vorhandenen Täfelungen wurden mühsam wieder aufgearbeitet. "Prunkstück ist mit Sicherheit das von uns so benannte "Hochzeitszimmer" in Rot - überraschenderweise aber auch schon von einigen Hochzeitspaaren gezielt gebucht!"
Überraschungen gab es aber auch bei der Sanierung einige: "Es gab Zeiten, da waren Ölfarben Kult, und die wurden hier reichlich genutzt", erzählt der Bauherr augenzwinkernd. Außerdem habe man zunächst den Schwammbefall unterschätzt.
Stolz ist Ralf Kahler auch auf die Gestaltung des Innenhofs, der sich mit neu angelegtem Garten als grüne Oase und Frühstücksterrasse inmitten der Altstadt mit Blick auf die Jacobikirche präsentiert. Hinter dem Garten stehen den Gästen dann gleich die hauseigenen Parkplätze zur Verfügung.
"Freudig überrascht war ich auch von der Anteilnahme der Stralsunder die mit vielen Informationenzum Haus weiterhalfen, so z.Bsp. der Enkel des letzten Küfers des Hauses welcher vom traurigen Ende der Wulffcronaschen Weingroßhandlung zu berichten wusste" so Kahler.
Derzeit arbeiten drei Angestellte im Hotel, doch perspektivisch werden es mehr werden. Denn Wullfcrona ist eine Adresse, die sich innerhalb kürzester Zeit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat und Gäste anzieht. Auch der STERN widmete diesem aufwendig restauriertenalten Speicherhaus bereits einen lobenden Artikel. Die Fertigstellung des Haupthauses ist jedoch nur ein Meilenstein bei diesem Mammutprojekt. Die zweite Bauphase umfasst die Sanierung des Kemladens mit weiteren zehn Betten. Anvisiert ist, dass zur Saison 2011 die ersten Gäste die Zimmer beziehen können. Im Keller des Kemladens soll im erhaltenen Tonnengewölbe ein Saunabereich entstehen.
Dritter und letzter Bauabschnitt ist dann noch einmal eine Herausforderung, die aber noch etwas in Ferne liegt. 2013 soll die Lückenbebauung zur Jacobiturmstraße hin beginnen. Zwei Häuser werden dort entstehen.
M.WEBER

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